Ein Relaunch ist eine gute Gelegenheit, deine Website neu aufzustellen. Gleichzeitig ist er einer der häufigsten Gründe, warum Websites in den Suchergebnissen an Sichtbarkeit verlieren. Der Grund ist fast immer derselbe: Alte Adressen führen nach dem Umzug ins Leere. Mit dieser Checkliste vermeidest du das.
Warum Weiterleitungen beim Relaunch so wichtig sind
Jede Seite deiner Website hat eine Adresse, die Google kennt, die in Lesezeichen gespeichert ist und auf die andere Websites verlinken. Ändert sich diese Adresse beim Relaunch, landen Besucher ohne Weiterleitung auf einer Fehlerseite. Für Google verschwindet die alte Seite – und mit ihr die Platzierung, die sie über Jahre aufgebaut hat.
Eine Weiterleitung sagt Browsern und Suchmaschinen: Diese Seite ist umgezogen, hier ist die neue Adresse. Besucher kommen an, und die Sichtbarkeit kann auf die neue Seite übergehen.
Schritt 1: Alle bestehenden Adressen erfassen
Bevor sich irgendetwas ändert, brauchst du eine vollständige Liste deiner aktuellen Adressen. Dafür eignen sich:
- Die Google Search Console: Sie zeigt, welche Seiten in der Suche erscheinen und Klicks bekommen.
- Google Analytics: Hier siehst du, welche Seiten tatsächlich besucht werden.
- Die XML-Sitemap deiner Website und ein Crawling-Tool, das alle verlinkten Seiten findet.
Gerade bei gewachsenen Websites ist diese Liste oft länger als gedacht. In einem meiner Projekte umfasste die bisherige Website rund 1.300 Seiten – ohne vollständige Bestandsaufnahme wäre ein großer Teil davon beim Umzug verloren gegangen.
Schritt 2: Jeder alten Adresse ein Ziel zuordnen
Jetzt legst du für jede alte Adresse fest, wohin sie künftig führt. Am einfachsten geht das in einer Tabelle mit zwei Spalten: alte Adresse, neue Adresse.
- Gibt es eine passende neue Seite, wird direkt dorthin weitergeleitet.
- Gibt es kein direktes Gegenstück, ist die thematisch nächste Seite das Ziel, zum Beispiel die übergeordnete Kategorie.
- Inhalte, die es bewusst nicht mehr gibt, können mit einem entsprechenden Statuscode als entfernt gekennzeichnet werden.
Wichtig: Alles pauschal auf die Startseite umzuleiten, ist keine gute Lösung. Für Besucher ist das verwirrend, und Google wertet solche Weiterleitungen oft wie eine Fehlerseite.
Schritt 3: Die richtige Art der Weiterleitung wählen
Für einen dauerhaften Umzug ist die 301-Weiterleitung der Standard. Sie signalisiert, dass die Seite endgültig an einer neuen Adresse liegt. Achte außerdem darauf, keine Ketten zu bauen: Leitet Seite A auf B und B auf C weiter, sollte A direkt auf C zeigen.
Schritt 4: Interne Links und Sitemap aktualisieren
Weiterleitungen fangen alte Links auf – besser ist es aber, wenn deine eigene Website gar nicht erst über Umwege verlinkt. Aktualisiere deshalb interne Links in Menüs, Texten und Buttons auf die neuen Adressen und reiche die neue Sitemap in der Google Search Console ein.
Schritt 5: Nach der Veröffentlichung testen und beobachten
Direkt nach dem Relaunch prüfst du stichprobenartig die wichtigsten alten Adressen: Landen sie auf der richtigen neuen Seite? In den folgenden Wochen lohnt sich ein regelmäßiger Blick in die Search Console. Dort tauchen Adressen auf, die noch ins Leere laufen – oft solche, die vorher niemand auf dem Schirm hatte, etwa alte Sprachversionen oder längst vergessene Unterseiten.
Die Checkliste auf einen Blick
- Alle bestehenden Adressen aus Search Console, Analytics und Sitemap erfassen.
- Für jede Adresse ein passendes Ziel festlegen, möglichst eins zu eins.
- 301-Weiterleitungen einrichten und Ketten vermeiden.
- Interne Links und Sitemap auf die neuen Adressen umstellen.
- Nach der Veröffentlichung testen und Fehlerseiten in der Search Console beobachten.
- Weiterleitungen dauerhaft bestehen lassen, nicht nach ein paar Wochen löschen.
Ein Relaunch muss keine Sichtbarkeit kosten. Wenn die Weiterleitungen von Anfang an mitgeplant werden, können deine alten Seiten ihre Stärke an die neuen weitergeben. Wie ich einen Relaunch angehe, liest du auf meiner Seite zum Website-Relaunch.
Titelbild: Pablo García Saldaña / Unsplash

